Baden-Württemberg nach dem Zweiten Weltkrieg

Heilbronn_1945_US_Army_retouched-2Im Zuge des Zweiten Weltkrieges wurden einige große Städte, welche sich im heutigen Baden-Württemberg befanden, zerstört. Die nördlichen Gebiete wurden von den Amerikanern besetzt und die südlichen Territorien von den Franzosen. So wurden die beiden Teile Württemberg-Baden in der amerikanischen und Württemberg-Hohenzollern und Baden in der französischen Besatzungszone gegründet.

Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland trat kurze Zeit später in Kraft. Hier wurde festgehalten, dass die südlichen Regionen des Bundes im gegenseitigen Konsens die Neugliederung der Territorien selbst bestimmen sollten. Es wurde erwogen, das Volk darüber abstimmen zu lassen, jedoch scheiterte dies vorerst daran, dass die Parteien sich nicht auf einen Wahlmodus einigen konnten. Erst im Dezember des Jahres 1951 konnte der entsprechende Entscheid stattfinden.

Die offizielle Gründung des Bundeslandes war am 25. April 1952 abgeschlossen. Im März wurde eine “verfassungsgebende Landesversammlung” gewählt, welche sich an diesem Tag auf den Ministerpräsidenten, Reinhold Maier, einigte. Diese Landesversammlung stellte bis 1956 den Landtag von Baden-Württemberg dar. Der Name des Bundeslandes sollte ursprünglich nur eine Übergangslösung darstellen, jedoch bürgerte sich dieser nach und nach ein, da andere Vorschläge nicht von allen Parteien befürwortet wurden.

Der Ministerpräsident Reinhold Maier schloss jedoch die CDU von der Regierungsbildung aus. Dies hatte zur Folge, dass sich die südliche Regionen stark im Nachteil sahen. Desweiteren erzeugte es starken Unmut in der CDU. Als diese ein Jahr später die absolute Mehrheit bei der Bundestagswahl erreichte, zog der baden-württembergische Ministerpräsident schließlich die Konsequenzen daraus und trat zurück.

Auch mit der Vereinigung der einzelnen Territorien waren nicht alle Bürger einverstanden: In der Bevölkerung des ehemalig selbstständigen Badens wurde die Bürgerinitiative “Heimatbund Badnerland” gegründet. Diese hatte zum Ziel, einen erneuten Volksentscheid zu erzwingen. Es kam zur Klage vorm Bundesverfassungsgericht und die Initiative wurde in ihrem Anliegen bestärkt. Dadurch, dass das Gericht jedoch keine Frist im Urteil gesetzt hatte, kam es erst im Jahr 1969 zur nochmaligen Abstimmung – 81,9 % der Bürger waren dafür, dass Baden weiterhin Teil von Baden-Württemberg bleibt.